Überlebenskünstlerin | „PALEO“ auch für Kinder geeignet?
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„PALEO“ auch für Kinder geeignet?

„PALEO“ auch für Kinder geeignet?

 

Die Ernährungsform „Paleo“ auch bekannt als Steinzeitdiät, verfolge ich selbst seit etwa fünf Jahren, phasenweise sehr streng, aber auch mal, nicht so konsequent, zweites zum Glück nie all zu lange.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Paleo“? Vereinfacht gesagt ist die „Paleodiät“ die artgerechte Ernährung von uns Menschen: super viel Gemüse, hochwertige Tierprodukte, Obst, kein Getreide und keine Hülsenfrüchte und ganz wichtig; nichts, das industriell verarbeitet wurde. Im Vordergrund steht die Qualität der Lebensmittel und nicht die Quantität. Wir essen das, worauf die Evolution den Menschen hunderttausende von Jahren vorbereitet hat. Viele glauben, da bleibt dann kaum etwas übrig, aber es gibt unglaublich tolle Rezepte und wenn man es erst einmal ausprobiert hat und sich ein wenig damit beschäftigt, wird man merken, wie positiv sich diese Ernährungsform auf Körper und Seele auswirkt.

In Wahrheit kann ich euch sagen, ist es total unkompliziert und alle die gesund abnehmen möchten, Stoffwechsel und Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen wollen, sportliche Leistungen verbessern, oder einfach nur bewusst leben möchten, sollten es ausprobieren. Ich habe damals mit einer „30 Tage Challenge“ begonnen. In diesem Zeitraum, hält man sich streng an das Grundprinzip, um auch mögliche Unverträglichkeiten zu bemerken, danach galt für mich, die 80% Regel. In den übrigen 20% sind kleine Portionen von Lebensmitteln, wie zum Beispiel: Reis, Süßkartoffel, dunkle Schokolade oder Milchprodukte (wenn man sie verträgt) erlaubt.

Mit der Geburt meines Kindes, stellte sich vieles um und ich bekam von allen Seiten Ratschläge, die mich anfänglich überhäuften und sehr verwirrten. Was für mich selbstverständlich war, musste ich plötzlich hinterfragen. Die österreichische Ernährungspyramide für schwangere und stillende Frauen empfiehlt am Tag: 3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst, 4 Portionen Getreide, 3 Portionen Milchprodukte (bevorzugt fettärmere Varianten) und 1-3 Mal wöchentlich Fleisch und Fisch. Ausgewogene Ernährung? Mir scheint diese Pyramide veraltet und alles andere als ausgewogen. Fettärmere Variante? Wollt ihr mich auf den Arm nehmen? Jeder, der sich ein wenig mit der Materie Ernährung beschäftigt- und bei Jemandem, der eine Ernährungspyramide erstellen darf, gehe ich davon aus, dass Er/Sie weiß, dass der Körper auf hochwertige Fette angewiesen ist. Genau diese empfohlene fettärmere Variante, besser bekannt als „Light-Produkte“, hat dazu geführt, dass es noch nie so viele übergewichtige und kranke Menschen gab wie heute. Also bitte egal ob schwanger, stillend, oder keines von beiden, verzichtet auf die „Light Variante“.

Für unser „Paleo“ Konzept war diese Pyramide auf jeden Fall fehl am Platz. Top informiert bin ich trotz Schwangerschaft und vierzehn monatiger Stillzeit „treu“ geblieben und habe auf Getreide und Milchprodukte gänzlich verzichtet. Alle Blutwerte waren perfekt und mein Sohn kam gut genährt mit 4270 Gramm zur Welt. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man aufgrund Empfehlungen von Organisationen, die ebenso von Lebensmittelkonzernen gesteuert werden, die Verantwortung für seinen eigenen Körper abgibt. Es ist wichtig Ratschläge anzunehmen, aber für noch sinnvoller halte ich es, sich zu informieren, die Quellen zu hinterfragen und sich auf keinen Fall festnageln zu lassen.

Der nächste wichtige Schritt war es, zu entscheiden, ob diese Art der Ernährung bei meinem Kleinen funktionieren würde, oder es eine Ideologie von uns übermotivierten Eltern ist? Können unsere Familien damit umgehen, ihrem Enkelkind keine Kipferl und Milchschnitten unter die Nase zu halten? „Der arme Kleine, es würd ihm doch so gut schmecken, hin und wieder braucht er das doch.“ Das mit den Omas ist ja so eine spezielle Sache, die Einem schnell zum Verhängnis werden kann. Alles ist nur nett gemeint und sie wissen es ja nicht besser. Tja, mir egal! Mein Kind- meine Regeln! Es war ein harter Kampf, aber sie sind auf unser Boot aufgestiegen und es funktioniert mit vertretbaren Ausnahmen gut, zusätzlich ernähren sie sich jetzt auch gesünder.

Bei uns zu Hause ist es einfach, da sieht mein Kleiner nur Lebensmittel, die wir essen und verlangt auch nichts anderes. Natürlich treffen wir Freunde und da fällt schon mal was ab, das ich ihm zu Hause nicht anbieten würden. Das möchte ich nicht verbieten, denn sonst würde er einen anderen Zugang dazu bekommen, denn Alles was wir verbieten, ist ja umso interessanter, kennen wir doch alle.

Viele fragen mich, wie ich es schaffe so konsequent zu sein. Dabei muss ich das nicht, er ist ganz unkompliziert in die Sache hineingewachsen. Ich habe versucht, ihn von Anfang an beim kochen von unseren täglichen Gerichten miteinzubeziehen, um ihm so, einen spielerischen Umgang mit Gemüse und Co. zu vermitteln. Das hat ganz gut geklappt, außerdem habe ich mit Gemüse lustige Gesichter auf seinem Teller dekoriert, damit es nicht nur schmeckt, sondern auch verlockend aussieht. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und auf keinen Fall darf man sich verunsichern lassen, wenn‘s mal nicht so gut ankommt, zwei Tage später kann das eben Abgelehnte schon wieder die Lieblingsspeise sein. Auch wenn man nicht gerade die „Paleo“ Ernährung verfolgt, man sollte einfach von Beginn an darauf achten, dass man den kids keinen süßen Gaumen antrainiert. Kleine Kinder brauchen keinen Saft in ihrer Flasche und die Ausrede, dass das Kind dann mehr trinken würde, lasse ich nicht gelten. Vorprogrammiert ist natürlich, dass es den Saft dann immer haben möchte und bockig wird, wenn es keinen bekommt.

Kinder kommen unvoreingenommen auf die Welt, so auch ihr Geschmackssinn, mit dem wir Eltern angemessen umgehen sollten. Ich dachte mir, das was ich meinem Schatz jetzt an Wissen über Ernährung mitgebe, kann ihm niemand mehr nehmen, deshalb freue ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn von meinem mittlerweile 3 Jährigen ein Spruch kommt wie: Mami, ich liebe Brokkoli, oder mmhh Kürbissuppe. Darauf bin ich echt stolz und da das Experimentieren mit paleogerechten Kindergerichten keine Grenzen bei uns zu Hause kennt, werde ich euch gerne mit unseren leckeren Rezepten am laufenden halten.

Um es für eure Kids noch bunter zu gestalten schaut mal hier vorbei:

http://www.uncommongoods.com/product/mr-food-face-plate

 

 

2 Comments
  • Katharina Lincz
    Posted at 13:57h, 06 März Antworten

    Liebe Nicky,
    schöner Artikel! Ja die Omis und ihr Verwöhngen „Zucker = tut guuuuuuut“ 🙂 „aber du bist doch auch gesund und hast Schmelzflocken ins Flaschi bekommen!“…
    In einer Sache muss ich jedoch Widersprechen: mit fettärmeren Varianten sind bei Diätologinnen und Ernährungswissenschafterinnen eher magere Schinken, statt Extrawurst, Naturschnitzel, statt paniertem Schnitzel, Strudel-, statt Blätterteig etc. gemeint.
    Wir sind alle contra Light!!

    Liebe Grüße
    Kathi

    • Nicky
      Posted at 06:47h, 11 März Antworten

      hahahah Schmelzflocken ins Fläschchen =) Ich wurde während meiner SS auch beraten und da wurde mir zum Beispiel 0,5% Fett Joghurt statt nem normalen empfohlen usw. was das Naturschnitzel und die Extrawurst betrifft, bin ich sowieso auf deiner Seite!

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